Das Fotostudio Düsseldorf

 

Fotoausstellung
Auszug aus dem Ausstellungskatalog (2004):
Im Gegensatz dazu die Fotografie von Alexander Vejnovic - ein Bild, das seine radikale Ästhetik mit dem lakonischen "Na und?" eines weiblichen Akts voller Selbstbewusstsein tarnt. Understatement in intelligenter Reinkultur. Aufgelöst in jene Pixel, die inzwischen unsere Welt beherrschen, kommt die digitale Schwarz-Weiss-Fotografie daher wie eine Hommage an die Zukunft des Bildes, das sich aus den künstlerischen Methoden der Vergangenheit speist. Nichts scheint hier selbstverständlicher als der verschmitzte Rückgriff auf jenen Heuhaufen, den der Vater der Impressionisten, Claude Monet, immer wieder in wechselndem Licht malte und dabei in zahllose Lichtpunkte auflöste. So wie bei Monet diese Lichtpunkte als Fabtupfer auf die Leinwand wandern und damit die Spannung zwischen Illusion und Realität beschwören, so zaubert die schlichte Ansammlung von schwarzen Punkten auf weissem Grund hier die Anmut eines lässigen Frauenkörpers vor das Auge des Betrachters und gibt damit zugleich seine Materialität in höchstem Maße preis: Seht her, ich habe nichts zu verbergen. Das Abbild tut nicht so, als wäre es keines. Die Frau tut nicht so, als wäre sie nicht nackt. Sie schaut aus dem Bild am Betrachter vorbei, als sei ihr bewusst, dass sie Projektionsfläche ist für den begehrlichen Blick. Alexander Vejnovic gelingt mit seiner ebenso schlichten wie gewitzten Darstellung einer Frau, die entspannt und ganz bewusst betrachten lässt, das Kunststück, Erkenntnis und Lust in genussvolle Spannung zu setzen.